Wie ProdNet funktioniert

Das ProdNet-Programm wird in sechsmonatigen Phasen umgesetzt. In diesem Rhythmus werden definierte (Teil-)Projekte abgewickelt und parallel dazu werden neue Bedürfnisse analysiert und Lösungsvorschläge formuliert.

Für alle Arbeiten werden die Teams so zusammengestellt, dass (zusätzlich zur fachlichen Kompetenz) alle relevanten Perspektiven eingebracht werden.

Am Ende jeder Phase werden am ProdNet-Meeting die erarbeiteten Resultate besprochen und die Aktivitäten für die kommende Phase freigegeben.

Um die zeitliche Beanspruchung tief zu halten, wird die Zahl der Veranstaltungen auf ein sinnvolles Minimum beschränkt und wo möglich werden digitale Austauschmöglichkeiten genutzt.

Teilnahme

Die Gebühren für die Teilnahme am ProdNet-Programm werden vor jeder Phase von den teilnehmenden Unternehmen festgelegt. Die Phasen dauern sechs Monate (Januar bis Juni, Juli bis Dezember). Für die aktuell laufende Phase gelten folgende Beträge:

Maschinenhersteller, Teilsystemhersteller und Dienstleister

  • > 150 MÄ CHF 7'000.–
  • 50-150 MÄ CHF 5'000.–
  • 6-49 MÄ CHF 3'000.–
  • < 6 MÄ CHF 1'000.–

Maschinenbetreiber

  • > 150 MÄ CHF 3'000.–
  • 50-150 MÄ CHF 2'000.–
  • < 50 MÄ CHF 1'000.–

Bildung und Forschung

  • Alle CHF 1'000.–
MÄ: Mitarbeiteräquivalent; Zzgl. VPT-Mitgliedschaftsgebühren
Bedingungen und Regeln:
  • Eine Teilnahme am ProdNet-Programm ist nur für die Mitglieder der VPT möglich (Mitgliederbeitrag aktuell: CHF 2’000.- pro Kalenderjahr, Infos s. vpt-atp.ch).
  • Der Einstieg ins ProdNet-Programm ist jederzeit möglich.
  • Es besteht keine Verpflichtung zur Teilnahme in der Folgephase.

Teilnehmerübersicht

FAQs

ProdNet ist ein Programm von Schweizer Maschinenbauunternehmen und deren Partner zur pragmatischen Nutzung der neuen Vernetzungs- und Digitalisierungsmöglichkeiten. Der Verein Vereinigung für angewandte Produktionstechnik VPT (vpt-atp.ch) bildet den juristischen Rahmen für die ProdNet-Aktivitäten.
Die Standardisierung der Maschinenanbindung an übergeordnete Systeme wird sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren etablieren. ProdNet hat in den vergangenen Jahren konzeptionelle Vorarbeiten geleistet. Deren Resultate können die Entwicklung eines branchenübergreifenden Standards wesentlich beschleunigen. Davon profitiert auch die im Herbst 2018 präsentierte Schnittstelle umati. Dank ProdNet können Schweizer Unternehmen die globale Maschinen-Digitalisierung massgebend mitgestalten und an vorderster Front von deren Möglichkeiten profitieren.

Sie gewinnen Zeit, Geld und Ruhe im Unternehmen. Die neuen Standards werden kommen – auch wenn das Wann und das Wie noch offen sind. Wer sich heute damit befasst (als Maschinenhersteller wie als Produktionsunternehmen) kann Investitionen in Organisation, Infrastruktur und Produkte passend und rechtzeitig planen und immer wiederkehrende Grundsatzdiskussionen vermeiden. Dabei geht es nicht allein darum, das richtige zu tun, sondern möglichst viel Unnötiges ohne Zweifel wegzulassen.

In dieser entscheidenden Aufbauphase verleihen Sie mit Ihrem Engagement der Schweizer Industrie Gewicht und Sichtbarkeit – damit steht auf dem internationalen Parkett auch ihr Unternehmen im Licht.

Im ProdNet-Programm aktive Unternehmen werden in alle Aktivitäten eingebunden, können sich nach Interesse und Möglichkeit in den Arbeitsgruppen einbringen und haben Zugang zu allen Dokumenten. Als VPT-Mitglied (ohne ProdNet-Teilnahme) erhalten Sie die wichtigsten Updates, können sich so persönlich ein Bild des aktuellen Standes machen und haben jederzeit die Möglichkeit, Informationen und Kontaktangaben über die VPT-Geschäftsstelle einzuholen.

Die ProdNet-Arbeiten fokussieren sich auf

  • die Entwicklung technischer Schnittstellen, beinhaltend vor allem die Festlegung von den zu übertragenden Informationen,
  • die Erarbeitung formeller Konventionen, damit nicht nur die Informationen, sondern auch die Art des Zusammenarbeitens standardisiert werden kann, und
  • den Wissensaufbau (technisch und kommerziell) rund um die Plattformen zum Informationsaustausch.

Auf der technischen Seite geht es einerseits um die Strukturierung und Beschreibung der zu übermittelnden Informationen nach konkreten Themen (OEE-Kennzahlen, Energie, …) und andererseits um die Konzeption von Lösungen zur Anbindung von Maschinen im Feld, d. h. um die Nachrüstung von Maschinen unterschiedlicher Generationen.

Auf organisatorischer/formeller Seite steht der Umgang mit den Rechten an Maschinendaten im Vordergrund.

Formelles Gefäss der ProdNet-Aktivitäten ist der Verein VPT. Den VPT-Mitgliedern steht es offen, am Programm ProdNet teilzunehmen.

Koordiniert werden die Arbeiten von einer unabhängigen Stelle (Zellweger Ing.-GmbH).

Ziele, Inhalte und Finanzierung der Arbeiten werden vor den sechsmonatigen Phasen definiert. In Gruppen von Experten und Interessierten werden die Arbeiten umgesetzt. Dabei erarbeitet in der Regel ein kleines Team die Inhalte und gleicht sich (meist schriftlich oder an Telefonkonferenzen) laufend mit der gesamten Gruppe ab.

ProdNet baut Inhalte, die für die Nutzung in einem branchenübergreifenden Informationsmodell geeignet sind. Diese Inhalte (standardisierte Informationen) sollen direkt in der VDW-Schnittstelle «umati» genutzt werden können. Möglich ist auch ein Einsatz dieser Inhalte in unternehmensspezifischen Schnittstellen. Seit Juni 2019 liegt die Datenrechts-Konvention in ihrer ersten Version vor. Für die ProdNet-Teilnehmer unmittelbar nutzbar sind die Erkenntnisse und Lösungsansätze, die es uns ermöglichen, uns im Digitalisierungs-Dickicht effizient vorwärts zu bewegen.

Die Phasen I bis VII im Überblick:

  • Phase I: Initiierung von ProdNet und Erstellung des ProdNet-Handbuchs – ein Grunddokument mit der Erfassung der aktuellen Lage und der offenen Fragen.
  • Phase II: Erarbeiten der Grundlagen in den Schwerpunkten Konnektivität, Geschäftsmodelle und Modellierung.
  • Phase III: Auf konkrete Themen fokussierte Arbeit wie die Fertigstellung der ersten universellen Variablen für Effektivitätskennzahlen (OEE), Erfahrungsgewinn beim Betrieb einer ersten (Labor-) Informationsplattform, Identifikation der Anbindung älterer Maschinen als zentrale Herausforderung.
  • Phase IV: Fortsetzung der Arbeiten an einem universellen Informationsmodell (z. B. Thema Energie), Erweiterung der OPC-UA-Kenntnisse, Einführung des Datenrecht-Themas.
  • Phase V: Abschluss der Grundlagenarbeiten zum Energie-Thema. Entwurf der Ersten Bausteine für eine Datenrechtskonvention. Konzeption und Kommunikation der Zusammenarbeit mit Deutschen Gremien – die Schweiz kann an vorderster Front mitgestalten!
  • Phase VI: Erarbeitung der ersten Version der Datenrechtsvereinbarung.
  • Phase VII: Fertigstellung der ersten Version der ProdNet-Erweiterungen (Informationsmodell).

Folgende Unternehmen nehmen am ProdNet-Programm teil:

https://prodnet.ch/organisation/#teilnehmeruebersicht.

Die Mitgliederunternehmen des Vereins VPT tragen die ProdNet-Aktivitäten mit:

https://vpt-atp.ch/organisation/#mitglieder.

Halbjährlich werden mit allen beteiligten Unternehmen die Ziele und Inhalte der kommenden Phase definiert. Eine Phase dauert sechs Monate (Januar bis Juni, Juli bis Dezember). Die Unternehmen engagieren sich entsprechend ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten.

Die Koordinationsstelle initiiert und begleitet die Arbeitsgruppen und stellt laufend sicher, dass alle ProdNet-Teilnehmer Zugang zum erarbeiteten Wissen erhalten.

Damit die Arbeiten so rasch wie möglich fortschreiten können, beschafft oder erarbeitet die Koordinationsstelle die notwendigen Inhalte.

Die ProdNet-Teilnehmer finanzieren das ProdNet-Programm direkt. Mit der Definition der Phasen-Inhalte werden auch Umfang und Aufteilung der Finanzierung festgelegt. Finanziert werden der Aufwand der Koordinationsstelle sowie Aufwände Dritter. Zusätzlich werden die ProdNet-Arbeiten durch den Verein VPT mitgetragen.

ProdNet steht allen Maschinenherstellern, Produktionsunternehmen und deren Partnern offen. Aktuell unterschieden werden die Kategorien:

  • Maschinenhersteller, Teilsystemhersteller und Dienstleister
  • Maschinenbetreiber (Produktionsunternehmen)
  • Bildung und Forschung (Schulen, öffentliche Institutionen)

Die aktuellen Gebühren für die ProdNet-Teilnahme und VPT-Mitgliedschaft sind unter folgendem Link aufgeführt:

https://prodnet.ch/organisation/#teilnahme.

Der Informationsgewinn aus dem ProdNet-Engagement (oder aus der VPT-Mitgliedschaft) muss gezieltere und tiefere Investitionen (Entwicklungsprogramme, Maschinenpark, IT-Infrastruktur, …) ermöglichen und soweit Übersicht schaffen, dass keine Zeit für unnötige Digitalisierungs-Diskussionen verloren geht. Um die dazu notwendige Grundlage zu schaffen, haben die ProdNet-Unternehmen Arbeit in der Grössenordnung einer Mio. CHF geleistet. Die in der VDW-Arbeitsgruppe aktiven Unternehmen investieren jährlich sechsstellige Beträge in die Gemeinschaftsarbeit. ProdNet öffnet allen Teilnehmern den Zugang zu allem Erarbeiteten – zu moderaten Kosten.

National ist ProdNet (neben den direkten Industriekontakten) mit Swissmem, Swissmechanic, Industrie 2025 und ETH- sowie Fachhochschul-Institutionen im Austausch.

Die internationale Vernetzung ist über den Partner Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) gewährleistet. Daneben ist der Kontakt zu Unternehmen und Institutionen auch durch die internationale Präsenz der Mitgliederfirmen gegeben.

Der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) und ProdNet kommen gemeinsam schneller ans Ziel. Der VDW, wie auch die Verbände anderer Branchen unter dem Dach des VDMA, verfügt über die Kraft und die Möglichkeiten, einem Standard innert nützlicher Frist weltweit zum Durchbruch zu verhelfen. ProdNet kann eine Standardisierung nicht alleine vorwärts treiben, kann aber diesen Prozess dank umfassenden methodischen und inhaltlichen Vorarbeiten wesentlich beschleunigen.
Industrie 2025 ist eine alle Digitalisierungsthemen umfassende Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung mit dem Zweck, Interessierte den richtigen Akteuren zuzuweisen. Zusätzlich erarbeitet Industrie 2025 in Arbeitsgruppen Empfehlungen zur Umsetzung von Digitalisierungsvorhaben. ProdNet definiert auf konkrete Themen fokussierte Projekte und setzt sie um – als der Schweizer Akteur für die Standardisierung des Informationsaustausches von Produktionsmaschinen. Swissmem ist wichtiger Träger der Initiative Industrie 2025 und ist (über die Fachgruppe Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik) als VPT-Mitglied direkt mit ProdNet verbunden.
Die Problematik eines einfachen Austausches von Maschinendaten wurde bereits im Jahr 2015 im Rahmen des Zentrums für angewandte Fertigungstechnik (ZAFT) eingehend erörtert (ZAFT wurde im Jahr 2017 in VPT umbenannt). Massgeblich an diesen inhaltlichen Vorarbeiten waren die Firmen mcs software AG und Zellweger Ing.-GmbH, in einem weiteren Schritt auch die Swisscom AG beteiligt. Auslöser zum Start der ProdNet-Aktivitäten im Frühjahr 2016 war der Unmut mehrerer Maschinenbauunternehmen über die diffuse, omnipräsente Digitalisierungs-Diskussion. Die ersten Organisationskonzepte für die neue (ProdNet-)Aktivität wurden von Jürg Krebser (inspire AG), Robert Rudolph (Swissmem) und der Zellweger Ing.-GmbH entworfen. In der Folge wurde die Aktivität im heutigen Verein VPT formell eingebettet.

Für die Vereinfachung des Umgangs mit Maschineninformationen sucht ProdNet nach Lösungen auf technischer wie auf organisatorischer und formeller Ebene.

Auf technischer Ebene stehen Standardisierungen der Kommunikationsprotokolle (z. B. OPC UA) und die darauf laufenden Informationsmodelle im Vordergrund. Mittelfristiges Ziel von ProdNet ist es, über ein Informationsmodell zu verfügen, das für alle Produktionsmaschinen (Werkzeugmaschinen, Roboter, Automationslösungen etc.) nutzbar ist.

In manchen Industrien ist das Anbinden von Produktionsausrüstungen an übergeordnete Systeme prozessbedingt bereits seit Jahrzehnten realisiert. Entsprechend sind branchenspezifische Informationsmodelle entstanden, wie EUROMAP 83 und 77 für die Kunststoff- und Gummi-Industrie und PackML für die Verpackungsindustrie.

Das für die Werkzeugmaschinenindustrie vorgesehene umati-Informationsmodell ist im Aufbaustadium (an der AMB im Oktober 2018 erstmals präsentiert). Die Notwendigkeit einer Harmonisierung dieser Standards liegt auf der Hand und ist auch vom Verein Deutscher Maschinen- und Anlagebauer (VDMA) aufgenommen worden.

Auf der formellen Ebene soll es eine standardisierte Datenrechtskonvention den Produktionsunternehmen wie auch den Herstellern von Maschinen und Ausrüstungen ermöglichen, mit all’ ihren Partnern Datenrechtsverträge abschliessen zu können, die alle auf den gleichen Prinzipien basieren.

Die Koordinationsstelle (Zellweger Ing.-GmbH) seht für alle inhaltlichen und organisatorischen Fragen zur Verfügung (für die Kontaktangaben s. Kontakt). Die Zellweger Ing.-GmbH führt auch die Geschäftsstelle des Vereins VPT.

Für formelle Fragen (auf Stufe des Vereins VPT) kann der Vorstand kontaktier werden: https://vpt-atp.ch/organisation/.

Erwünscht ist selbstverständlich auch der direkte Austausch unter den Mitgliedern. ProdNet-Teilnehmer finden die Kontaktdaten aller involvierten Personen im internen Bereich der ProdNet-Webseite. VPT-Mitglieder können sich für die Vermittlung von Kontakten an die Geschäftsstelle wenden.